Elephantiasis-Projekt in Uganda
Weltweit sind in den tropischen und subtropischen Regengebieten etwa 120 Millionen Menschen mit bestimmten Fadenwürmern (Filarien) infiziert. Bei rund 5 Millionen von ihnen haben sich gigantische Schwellungen an den Gliedmaßen, Genitalien und Brüsten, eine „Elephantiasis“ gebildet. Die Larven der Filarien werden von infizierten Mücken beim Stich übertragen, wandern zu den Lymphknoten, wo sie zu bis zu zehn Zentimeter langen Würmern heranwachsen und den Lymphabfluss blockieren. Durch flächendeckende Medikation der betroffenen Bevölkerungen konnten die Filarien vielerorts weitgehend eliminiert werden, doch die bestehenden Elephantiasis-Fälle sind völlig unversorgt. Der „Verein zur Förderung der Lymphoedemtherapie e.V.“ (Lymphverein) hat in den letzten Jahren ein Konzept zur nachhaltigen Versorgung von Elephantiasis-Patienten entwickelt.
In der Woche vor Ostern erhielt er Besuch von Prinz Edward Kimbugwe aus Uganda, der von dem Konzept erfahren hatte. Der Prinz, der in Deutschland studiert hatte, war zwei Tage lang beim Schatzmeister des Lymphvereins, Rainer Kraus und seiner Familie zu Gast, um die Möglichkeiten einer intensiven Zusammenarbeit zu sondieren. Anschließend hat Rainer Kraus vom Gesundheitsministerium von Uganda und vom Premierminister eine Einladung erhalten, zusammen mit einem lymphologischen Experten die am schwersten betroffenen Gebiete im Nordwesten Ugandas zu besuchen. Das Konzept des Lymphvereins sieht vor, ein spezielles Therapiezentrum zu errichten, in dem Ärzte, Lymphtherapeuten und Pflegekräfte aus Deutschland die Patienten behandeln.
Während der Behandlung, die aufgrund der hochgradigen Lymphödeme und Verhärtungen mehrere Wochen dauert, erlernen junge Frauen aus den Dörfern der Patienten die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE) an „ihren“ Patienten. Nach Möglichkeit sollen sie auch in Maßnahmen zur Sicherung von Hygiene, Wundbehandlung und Versorgung von in ihren Dörfern häufig vorkommenden Erkrankungen evtl. auch in der Geburtshilfe geschult werden. Außerdem werden in dem Therapiezentrum einheimische Ärzte zu KPE-Lehrern ausgebildet. Sobald genügend davon vorhanden sind, dass das Therapiezentrum in Eigenregie arbeiten kann, kehren die deutschen Fachkräfte wieder nachhause zurück.
Nach Beendigung der Entstauungstherapie (KPE-Phase 1) in dem Therapiezentrum kehren die Patienten zusammen mit den neuausgebildeten KPE-Therapeutinnen in ihre Dörfer zurück. Aufgrund des hohen Kapitalbedarfs (Bau- und Personalkosten etc.) kann dieses Projekt nur auf der Basis eines bilateralen Vertrags zwischen dem Gesundheitsministerium von Uganda und der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) realisiert werden. Die Rolle des Lymphvereins würde sich vor allem darauf beschränken, seine guten Beziehungen zu den lymphologischen Experten (Ärzte, Therapeuten etc.) im deutschsprachigen Raum zu nützen, um genügend geeignetes Personal für das Therapiezentrum in Uganda zu rekrutieren. Lymphtherapeuten, die Interesse an einer Teilnahme an diesem Projekt haben, mögen bitte mit dem Lymphverein Kontakt aufnehmen.
Sämtliche Meldungen sind völlig unverbindlich und werden absolut vertraulich behandelt. Bitte senden Sie Ihre Meldung mit Angabe Ihrer beruflichen Erfahrungen, gern auch ein persönliches Schreiben an: Verein zur Förderung der Lymphoedemtherapie e. V., Postfach 250 346, 90128 Nürnberg oder kontakt@lymphverein.de oder Fax 09171 / 890 82 89.