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Lymphatische Filariose: Da ist der Wurm drin

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In den Entwicklungsländern haben mehr als 120 Millionen Menschen Filarien in ihrem Körper. Medizinisch ein Kampf gegen Windmühlen? Sicher nicht, wie Pilotprojekte aus dem westafrikanischen Togo zeigen. Jetzt liegt ein Abschlussbericht vor.

Wie so oft in den Tropen beginnt alles mit einem Stich: Mücken der Gattungen Aedes, Anopheles, Culex und Mansonia übertragen Larven verschiedener Filarien. Bei ihrer Blutmahlzeit gelangen Brugia malayi oder Wuchereria bancrofti in unsere Lymphgefäße und entwickeln sich zu adulten Fadenwürmern. Daraus entstehende Mikrofilarien wandern schließlich in den Blutstrom und infizieren weitere Blutsauger – ein Teufelskreislauf. Bei Menschen führt die lymphatische Filariose über Monate und Jahre hinweg zu immensen Beschwerden.

Rundreise im lymphatischen System

Nach einer Infektion werden zunächst die Lymphknoten und später die peripheren Lymphgefäße in Mitleidenschaft gezogen – vor allem durch aktive und abgestorbene Mikrofilarien. Bei Männern gelten Schwellungen, Entzündungen und Ödeme im Hoden als erste Anzeichen. Schreitet die Krankheit voran, verstopfen mehr und mehr Lymphgefäße. Durch die Abflussstörung entsteht ohne Behandlung schließlich eine Elephantiasis des Beins. In der betroffenen Extremität verhärtet sich die Haut, und schwer heilende Wunden kommen noch hinzu. Betroffene leiden zudem unter sozialer Isolation und Stigmatisierung.

Diagnostik und Therapie

Da Mikrofilarien vor allem nachts auftreten, sollten Blutuntersuchungen ebenfalls zu später Stunde erfolgen. Blutsaugende Mücken, die Vektoren entsprechender Fadenwürmer, sind ebenfalls nach Sonnenuntergang aktiv – darauf hat sich der Parasit eingestellt. Im Blut von Patienten fallen zunächst eosinophile Granulozyten auf. Über immunologische Verfahren lassen sich sowohl Antikörper als auch parasitäre Antigene selbst bestimmen. Zur Therapie stehen mittlerweile drei Arzneistoffe parat: Diethylcarbamazin, Ivermectin sowie Albendazol. Allein die Tatsache hilft Menschen in Entwicklungsländern recht wenig – laut Weltgesundheitsorganisation WHO kostet die Erkrankung in Afrika 400 bis 500 Disability Adjusted Life Years (DALYs) unter 100.000 Einwohnern. Das Modell beinhaltet nicht nur verlorene Jahre durch einen frühen Tod, sondern auch Einschränkungen des normalen, beschwerdefreien Lebens.

Togo macht mobil

Bereits 1997 entwickelte die World Health Assembly, ein Forum der Weltgesundheitsorganisation WHO, deshalb Aktionspläne zum Kampf gegen lymphatische Filariose. Drei Jahre später entstand das„Global Programme to Eliminate Lymphatic Filariasis“. GlaxoSmithKline und Merck versprachen, dringend benötigte Medikamente so lange zu spenden, bis die Krankheit eliminiert worden ist. Daraufhin starteten togolesische Gesundheitsbehörden eine Kampagne, um Fadenwürmer ein für alle Mal zu eliminieren – der westafrikanische Staat ist neben 34 Ländern des Kontinents besonders stark betroffen. Um sich ein genaues Bild zu machen, untersuchten Ärzte Blutproben flächendeckend via Immunchromatografie auf Antigene und speisten alle Daten in „Health Mapper“ ein. Das WHO-Programm zur Verarbeitung von Gesundheitsdaten steht im Netz kostenlos zur Verfügung. Damit gelang es, mehrere endemische Regionen zu identifizieren.

Medikamente für Millionen

Doch wie lassen sich knapp sieben Millionen Menschen mit Arzneimitteln versorgen? Hier spielen Mitarbeiter des Gesundheitssystems, sogenannte Community Health Workers (CHWs), eine zentrale Rolle. Sie zählten Menschen in ihrer jeweiligen Region und meldeten den Bedarf an Medikamenten. Schließlich verteilten sie Präparate an einzelne Haushalte, erklärten aber auch, warum die Einnahme so immens wichtig ist. Wie Arbeiten aus anderen Ländern gezeigt haben, gelingt es über CHWs, die Compliance zu verbessern und Vorbehalte abzubauen. Im Togo verteilten sie Albendazol und Ivermectin. Für Kinder unter fünf Jahren sind beide Präparate jedoch ungeeignet. Da Geburten nicht immer erfasst werden, setzen Mitarbeiter die Grenze bei 90 Zentimetern Körpergröße. Schwangere und Menschen mit schweren Vorerkrankungen erhielten ebenfalls keine Präparate.

Lieferung bis an die Haustür

Ab 2004 erreichten CHWs mehr als 80 Prozent aller Einwohner. Je nach Prävalenz der Erkrankung im Distrikt wurden fünf bis neun Mal Medikamente verteilt. In Sierra Leone stellten Wissenschaftler fest,dass bei vorbehandelten Patienten sogar drei Zyklen ausreichen. Zahlreiche Einwohner hatten gegen die Onchozerkose („Flussblindheit“) bereits Ivermectin erhalten. Um den Erfolg im Togo zu evaluieren, richteten staatliche Stellen in drei endemischen Regionen Labors ein. Bereits vor der Medikation untersuchten Mitarbeiter das Blut von 500 Probanden – immer zwischen 22:00 Uhr abends und 2:00 Uhr nachts, um die aktivste Phase von Mikrofilarien abzupassen. Sie fanden in bis zu 36 Prozent aller Proben Entwicklungsstadien von Fadenwürmern. Durch die Medikation war schließlich nur noch ein Prozent betroffen. In fünf von sieben Distrikten sank die Prävalenz sogar auf null Prozent.

Keine Chance für Lymphödeme

Für Patienten mit weit fortgeschrittener Filariose reichen Pharmakotherapien allein nicht aus. Deshalb beschlossen Regierungsvertreter, mindestens einen medizinischen Mitarbeiter der landesweit 570 Gesundheitszentren darin zu schulen, wie sich Lymphödeme behandeln lassen. Unterstützung kam von den amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) sowie von der U.S. Agency for International Development (USAID). Kurz darauf begann eine neue Kampagne, um Bürger zu informieren, dass es medizinische Hilfe bei geschwollenen Füßen gibt. Innerhalb eines Jahres erreichte das Programm ganz Togo. Ärzte behandelten 1.083 Patienten, von denen 30 Prozent nicht aus endemischen Gebieten kamen. Drei Jahre nach dem Start ergab eine Evaluation, dass 62 Prozent aller ursprünglich Behandelten weiterhin am Programm teilnahmen. Auch vertrauen immer mehr Togolesen der modernen Chirurgie, und so sank die Quote an traditionellen – wenig erfolgversprechenden – Behandlungen von 38,8 auf 2,8 Prozent.

Gemeinsam stark

Togos Erfolg kam letztlich durch mehrere Faktoren zu Stande: Mit ihrem „National Program to Eliminate Lymphatic Filariasis“ machten Gesundheitsbehörden einen ersten, wichtigen Schritt. Sie setzen auf Community Health Workers, um Vorbehalte in der Bevölkerung zu vermeiden und Bürger vor Ort zu erreichen. Ohne medizinische und finanzielle Hilfe aus den USA hätte das westafrikanische Land aber kaum gewonnen. Bleibt noch, vorhandene Ressourcen effizient zu nutzen, etwa durch Kombinationsuntersuchungen auf Malaria und Mikrofilarien. Vektoren übertragen nicht selten beide Parasiten, und Patienten leiden an Koinfektionen. Bis 2015 könnte Togo die lymphatische Filariose endgültig besiegt haben. Vom etablierten Modell profitieren mittlerweile auch andere Länder. Als Achillesferse gilt die mehrmalige Gabe von Arzneistoffen. Wissenschaftler arbeiten deshalb an Vakzinen, zumindest im Tiermodell hatten sie bereits Erfolg.

Artikel vonMichael van den Heuvel

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Autor: monica boersch

Vor ein paar Jahre bin ich an Krebs erkrankt, bedingt durch meine Wertheim OP, Bestrahlung und Afterloading habe ich Lymphödeme bekommen, für mich sehr überraschend da ein paar Jahre dazwischen lagen, ich wusste das etwas nicht stimmt aber leider konnten unzählige Ärzte nicht helfen. Hier ist es auch so, wie in viele viele andere Länder auch, dass Lymphatische Erkrankungen erstens nicht wirklich ernst genommen werden und zweitens das kaum ein Arzt darüber Bescheid weiß, wie den auch, wenn in den Lehrbüchern so gut wie NICHTS steht. Mein Bestreben ist alles zu tun was in meiner Macht steht um dafür zu sorgen das jeder der betroffen ist weiß was er/ sie tun kann um sein Leben wieder so gestalten zu können wie er/sie das möchte. . Ich suche und suche immer weiter nach alternativ Möglichkeiten um meinen Leben so normal wie möglich zu gestalten. Die Empfehlungen die ich gebe sind bei mir durchaus wirksam und ich erziele gute Erfolge und behalte meine Lebensqualität. Mein Blog ist kein Ersatz für eine Ärztliche Betreuung und ich empfehle jeden mit seinem Arzt über Therapie Möglichkeiten etc. zu sprechen. Ich kann nur anregen und durch meine eigene, persönliche Erfahrung eventuell einen weg aufzeigen. Seit 2009 beschäftige ich mich weit über das übliche hinaus mit Lymphödeme. Nicht nur die „Diagnose“ interessiert mich, sondern ebenso was für einen Effekt es hat auf unser Sozialleben und unser Selbstwertgefühl. Ich habe viel Zeit und Geld investiert in andere Länder zu reisen um alternativen kennenzulernen, ich war bei Internationale Firmen als Gast um zu sehen welche Lösungen geboten werden, habe fast jeden Lymphologischen Kongress besucht um mich weiter zu bilden und einige Projekte als Freelancer machen können. Wie ihr sieht ist das weitaus mehr als nur ein Blog, es müssen sich grundliegende Dinge verändern um uns alle das zu geben was wir verdienen, Respekt, Empathie und das Bewusstsein das wir nichts Vorübergehendes haben, sondern das dieses ein Teil unseres Lebens ist und auch bleibt. After being diagnosed with Cancer and going through treatments, Wertheim operation, radiation therapy and afterloading I was suddenly hit by Lymphedema. Totally surprising since nobody even gave me a hint that this could happen. Running from one doctor to the other trying to find out what is wrong with me and why my body was changing so quickly, once again being in the situation of not having control of anything. This made me so angry that I started studying like crazy, I wanted to find out why we are left alone, why doctors don’t have a clue (sorry, most doctors) about Lymphedema and the consequences in all aspects of our lives. Sadly, I had to realize that hardly anyone knows anything about it. I started my quest to find alternatives in treatments, I traveled around the world investing my time and money, fortunate enough to spend time in companies specialized in Lymphedema treatment to learn all that I could and can. I hardly miss any Lymphatic congress, listening to the internationally known doctors, discussing what is important for us as patients. I have done some freelance work for the companies that I believe in and had the chance to work with a wonderful company in New Jersey. I have tested alternatives and I am still searching and studying because it is my quest to change things for all affected by this, not only our physical wellbeing but most importantly the impact that it has on our daily life. It’s not something that’s going to go away, it’s with us until the end and the minimum that we can expect is being taken seriously, respect and empathy for our situation and the importance for all of us that have the possibilities to change things for the better. There is so much work to do, and I am not going to give up. As you can see this is more than a blog. If you find something interesting on Lymphfantastic but you are having problems with the German, then just send me a message and I will be happy to translate that for you, my native language is English so that is no problem. Have a great day and looking forward to hearing from you soon. Bless you all, Monica

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